Informationen aus dem Vereinsleben

2.8.2019Turnierreisebericht

Kopenhagener Schachfestival in Helsingør (DK)

Dieses Jahr stand für den Berichterstatter eine Turnierurlaubsreise in den Norden an. In Helsingør auf der dänischen Hauptinsel Seeland, direkt am Øresund gegenüber Schwedens Küste und nördlich von Kopenhagen gelegen, fand vom 20. bis 28. Juli 2019 das nach der Hauptstadt benannte Schachfestival statt – oder auch, nach dem Hauptsponsor, das Xtracon Chess Open (früher: Politiken Cup).



Im nordeuropäischen Raum ist es traditionell sicherlich eines der größten und bekanntesten Open. Auch hier in dieser Tourismusregion verbinden sich in hervorragender Weise eine zur Erholung wie geschaffene Landschaft, touristische Highlights, wie z. B. das UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Kronborg (auch bekannt als Hamlet-Schloss, da William Shakespeare hier die Handlung seines bekannten Dramas um den Dänenprinzen spielen ließ) und diverse Möglichkeiten für freizeitsportliche Aktivitäten.



Das Turniergelände liegt sehr reizvoll auf der grünen Wiese, unter anderem mit benachbartem Golfplatz und in unmittelbarer Nähe zum Strand. Es handelt sich um ein Tagungszentrum mit mehreren Gebäudeteilen, darunter auch ein Gästehaus sowie eine gastronomische Einrichtung. Als Turnierteilnehmer konnte man auch Halb- oder Vollpension buchen. (Der Berichterstatter hatte allerdings anderweitig in einem Strandhotel in Ortsnähe Unterkunft gefunden, das fußläufig durch einen waldigen Schlosspark zu erreichen war.) Jeden Tag wurden (für dänische Verhältnisse preiswerte) qualitativ sehr annehmbare Tagesgerichte und Büfettspeisen in üppiger Auswahl angeboten.

Das doch recht "fürstliche" Startgeld von umgerechnet etwa 142,- € spiegelt die insgesamt deutlich teureren Lebensverhältnisse in Dänemark wider. Dafür wurden zumindest die an mehreren Verpflegungsstationen gestellten Getränke wie Kaffee, Tee und Eiswasser während der Turnierdauer in unbegrenzter Menge kostenlos abgegeben.



In diesem Jahr starteten 368 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Nach den naheliegenderweise besonders zahlreichen Vertretern der skandinavischen Nationen war Deutschland mit 38 Spielern und Spielerinnen repräsentiert. Das mit 82 Mitspielern am stärksten vertretene Elopunkte-Segment war das der Spanne von 1800 bis 1999 Elo. Aus unserem Verbandsgebiet nahm noch der für die SF Deizisau spielende GM Dmitrij Kollars teil (Setzlistenplatz Nr. 15). Unter den weiteren gemeldeten 86 Titelträgern fällt auch der illustre Name des Altmeisters GM Jan Timman auf (Setzlistenplatz Nr. 19). An Nr. 1 gesetzt war GM Nils Grandelius aus Schweden, als hier bester Deutscher GM Rasmus Svane an Setzlistenplatz Nr. 9.

Zum Begleitprogramm des zehnrundigen Turniers an neun Spieltagen gehörten auch hier Simultan- und Blitzschachveranstaltungen, ein Problemlösungswettbewerb sowie eine Lesung von GM Jan Timman aus The Longest Game (über die WM-Kämpfe Karpow-Kasparow).

Das Xtracon Open ist traditionell, trotz der doch beachtlichen Teilnehmerzahl, nicht in ein A- und B-Turnier unterteilt! Eine weitere Besonderheit ist sicherlich, dass in über einem Dutzend (!) Räumen (und das auch noch über unterschiedliche Gebäudeteile verteilt) gespielt wurde! Der Vorteil ist dabei eine wirklich einwandfreie Turnierruhe mit sehr geringer Geräuschkulisse und reduzierter Unruhe im Gesichtsfeld durch deutlich weniger Kommen und Gehen von Spielern und Kiebitzen. Die Nachteile sind aber andererseits das Fehlen der typischen Großturnieratmosphäre und – für den einen mehr, für den anderen weniger – die langen und zum Teil bis zum Schluss, trotz Ausschilderungen, verwirrenden Wege durch lange Gänge, über Innenhöfe, Treppen rauf und runter, um sich zwischen den einzelnen Sälen, Räumen, Toiletten und Getränkestationen zurechtzufinden. Für einen Spieler, der sich eher an den hinteren Brettern tummelt, war so weniger daran zu denken, während der eigenen laufenden Partie sich mal eben zwischendurch die Beine zu vertreten und bei den Großmeistern kiebitzen zu gehen.



Der Berichterstatter selbst startete an Platz Nr. 267 und hatte es in der ersten Hälfte des Turniers überwiegend mit Gegnern um und deutlich über 2000 Elopunkten zu tun – obwohl hier zuweilen noch echten Widerstand leistend, war leider kein Stich zu machen. Die zweite Turnierwochenhälfte gegen etwa Gleichstarke oder aber Schwächere (wobei hierunter auch Kinder und Jugendliche zählen, die erfahrungsgemäß eine sehr volatile Wertungszahl aufweisen) brachte mit streckenweise bestürzend dürftigen Leistungen die persönliche Turnierperformance an den Rand eines Debakels. Die am Ende vier erzielten Punkte aus zehn Partien, mit Schlussranglistenplatz 276, sind als klarer Misserfolg zu werten, da bei einem Gegnerstärkeschnitt von 1754 Elo knapp 5 Punkte noch der Erwartung entsprochen hätten.

Das Turnier gewann mit 8,5 Punkten allein an der Spitze der 13-jährige indische GM R. Praggnanandhaa! – derselbe, der erst vergangenes Jahr in St. Ulrich in Südtirol zu einem der jüngsten Großmeister der Schachgeschichte graduierte.

Trotz der eigenen sportlichen Negativbilanz war diese Turnierteilnahme in Dänemark eine schöne und wertvolle Erfahrung mit interessanten Begegnungen und im Vergleich zu den bisherigen Turnierbesuchen mal etwas anderes.



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Jochen Fuchs
12.6.2019Saisonziele erreicht und auf Wachstumskurs

Wohl nicht zuletzt wegen drückender Hitze war die satzungsgemäß zum 4. Juni einberufene Mitgliederversammlung im Rittersaal des "Trödlers zur Burgschenke" zwar weniger gut besucht als sonst, doch schon die einleitenden Worte des Vorsitzenden Bernd M. Stüben machten deutlich, dass der SV Dicker Turm Esslingen nach wie vor ein attraktiver Verein auf Wachstumskurs mit regem und erfolgreichem Spielbetrieb ist:

Sechs Neueintritte sind für den jährlichen Mitgliederzuwachs ein neuer Rekord der letzten Jahre. Die nun zum zweiten Mal über die ganze Saison veranstaltete Schnellschachmeisterschaft trug wieder wesentlich zur besonderen Belebung des dienstäglichen Spielabends bei: rund 20 Teilnehmer – darunter auch einige Gäste – tummeln sich regelmäßig an den Brettern mit 15-Minuten-Wettkampfpartien. (Das Turnier ist noch nicht beendet, die Siegerehrung wird beim kommenden Sommerfest nachgeholt.)

Spielleiter Jens-Peter Schulz bilanzierte die vergangene Saison der vier im Verbandsspielbetrieb aktiven Mannschaften. Fast alle Saisonziele wurden mehr als zufriedenstellend erreicht: die 1. Mannschaft hielt in der Landesliga mit einem angesichts der starken Konkurrenz sehr guten 5. Platz die Klasse und wird damit in der nächsten Saison wieder die einzige Esslinger Vertreterin in der Landesliga sein. Die 2. Mannschaft schaffte souverän den direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga, und die Spieler der Vierten etablierten sich als Aufsteiger in der A-Klasse. Auf der Negativseite steht der Abstieg der 3. Mannschaft aus der Kreisklasse, der hauptsächlich einigen unvorhergesehenen Ausfällen unter den Stammkräften geschuldet war.

Als interne Turnierhighlights nannte Jens-Peter Schulz die beliebten traditionellen Blitzschachwettkämpfe zum Tag der Deutschen Einheit, zu Weihnachten, Neujahr und Ostern.

Jugendleiter Gerhard Limley berichtete von den jüngsten sehr erfreulichen Turniererfolgen seiner Schützlinge, was der Verein mit seiner Jugendarbeit weiterhin fördern will. (Das Jugendtraining findet vor den Spielabenden dienstags ab 18 Uhr statt.)

Nach der Entlastung des Vorstands wurden in den Wahlen alle Funktionsträger in ihren Ämtern bestätigt.

Bernd M. Stüben schloss die Sitzung mit der sportlichen Zielvorgabe, dass der Verein mit seinem regen Spielbetrieb für Neueinsteiger aller Spielstärken so attraktiv werde, dass bis hinauf zur Landesliga langfristig in allen Klassen des Verbands mit eigenen Mannschaften gespielt werden könne.

Jochen Fuchs
25.4.2019Am 14.04. unterlag unsere 1. Mannschaft im inoffiziellen Duell um den 4. Platz gegen Bebenhausen II knapp mit 3,5 zu 4,5.

Leider musste Michael Ramin kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen absagen, weswegen wir das 5. Brett kampflos abgeben mussten. An den Brettern 2 - 4 von Günter Kunert, Udo Scharrer und Andreas Kiefer ergaben sich jeweils ausgeglichene Mittel- bzw. Endspielstellungen, die konsequenterweise allesamt remis endeten. Auch bei Hans Schreiber an Brett 7 endete die kämpferische Partie schließlich im Remishafen.

Etwas unter die Räder kam hingegen Bernd Stüben an Brett 8, der gegen seine junge Gegnerin aus der Eröffnung heraus unter Druck geriet und diesen die ganze Partie über bis zum Zusammenbruch der Stellung nicht mehr abschütteln konnte. Heinz Englmeier am Spitzenbrett hielt uns im Spiel, indem er sein druckvolles Spiel schließlich in ein günstigen Endspiel und damit in den Anschlusstreffer umwandeln konnte.

Jedoch ließ sich bei Jens-Peter Schulz an Brett 6 kein voller Punkt mehr realisieren, da spätestens bei der Abwicklung aus dem Damenendspiel in ein Bauernendspiel eine theoretische Remisstellung entstand. So verblieb es am Ende bei einer denkbar knappen Niederlage.

Trotz der Abschlussniederlage war es für unsere 1. Mannschaft eine sehr gelungene Saison. Durch mannschaftliche Geschlossenheit, viel Kampfgeist und einigen Geistesblitzen an den ersten beiden Brettern stand schon vergleichsweise früh fest, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben würden.

Auf ein neues in der nächsten Saison!

Jens-Peter Schulz
25.4.2019Das diesjährige Osterblitzturnier hat Jens-Peter Schulz gewonnen.

Herzlichen Glückwunsch!
10.4.2019Aufstiegseuphorie der Zweiten bekommt einen Dämpfer - Heimniederlage gegen Wernau II mit 3:5

In der letzten Runde der Kreisklasse ging der "Ruf der Unbesiegbarkeit" in dieser Saison leider verloren: Die 2. Mannschaft vermochte nach dem schon zuvor feststehenden Aufstieg offensichtlich nicht mehr die nötigen Kräfte und den "unbedingten Siegeswillen" für den krönenden Abschluss zu mobilisieren: sowohl was die Mannschaftsstärke anbelangt (nur sieben Mann konnten wir aufstellen), als auch im Hinblick auf die individuell abzurufende Spielstärke und Konzentration, denn halbe bis ganze Punkte wurden in so manchem Partieverlauf mehr oder weniger hergeschenkt!

Allen voran der Berichterstatter an Brett 3 muss sich da an die eigene Nase fassen: so konnte er doch den Gewinn eines klar vorteilhaften Turmendspiels nicht realisieren und musste zuletzt zähneknirschend in ein Remis einwilligen.

Das Unentschieden von Inge Bardili am 6. Brett ist unter allen vier Punkteteilungen des Mannschaftskampfes (wozu noch die Partien von Guntram Doleschal an Brett 4 und Bernd Hempel am 7. Brett zählen) zweifellos als Erfolg zu werten, da es doch gegen einen Spieler mit deutlich höherer DWZ errungen wurde.

Niederlagen erlitten Bernd Stüben (Brett 2) und Gerhard Limley (Brett 5).

An diesen wie jenen Brettern hatte sich der Spielbeobachter nach den jeweiligen Zwischenbilanzen der Eröffnungs- und Mittelspielabschnitte der Partien überwiegend bessere Resultate ausgerechnet.

Eine besonders positive Erwähnung als Ausnahmeerscheinung des Spieltages verdient unser Spitzenbrett mit Harald Blum, der nicht nur mit dem einzigen vollen Punkt für den Dicken Turm sondern auch mit der Art und Weise des belohnten zähen "Durchknetens" seines Endspiels mit Turm und Läufer glänzte. Nach etlichen vorangegangenen Remisangeboten seines Wernauer Gegenübers konnte er, lange nachdem alle anderen Bretter schon ausgespielt waren, einen Freibauern schließlich gewinnbringend durchmarschieren lassen. Dieser schöne Einzelerfolg war für das Gesamtergebnis freilich nur noch Kosmetik.

Wernau II, in der Hoffnung auf einen Relegationsplatz, trat zwar auch nicht ganz in Stammbesetzung an, dafür aber vollzählig und offenkundig durch die Bank voll motiviert. Mit dem kampflosen Punkt zu Beginn im Rücken konnte es die naheliegende Mannschaftstaktik fahren, an etlichen Brettern Remis abzutrotzen und ansonsten "auf Konter zu lauern".

Trotzdem kann die 2. Mannschaft, wenn diese Enttäuschung des letzten Spieltags verdaut und mancher Ärger bei der heimischen Analyse der Partien verraucht ist, auf eine unter dem Strich nun wirklich sehr gut verlaufene Saison zurückblicken mit einem Start-Ziel-Sieg zum direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga – was vor Beginn der Spielzeit auch nicht jeder so erwartet hätte, lag man im DWZ-Spielstärkeschnitt doch bloß an fünfter Stelle und zählte so gesehen nicht zum engeren Favoritenkreis.

Jochen Fuchs